Alternative Energien
Mit immer knapper werdenden Rohstoffreserven steigt auch die Notwendigkeit, nach Alternativen im Energiesektor zu suchen. Auch wir haben neue, zukunftsorientierte Wege beschritten. Zu unseren Kernaufgaben der Abfallwirtschaft ist als weiterer Schwerpunkt noch die Energieerzeugung gekommen.
Photovoltaik
Der Ausbau von Anlagen zur Gewinnung von regenerativen Energien ist unser Einsatz für saubere Energie. Um den hohen Energiebedarf der Anlagen im Entsorgungszentrum zu decken, setzen wir verstärkt eigene Ressourcen ein. Hierzu gehört auch die Produktion umweltschonender und nachhaltiger Energie mittels Photovoltaik. Etwa 900 Quadratmeter Dachflächen sind mit Photovoltaikmodulen bestückt. Seit dem Jahr 2020 produzieren darüber hinaus mehr als 2.000 Photovoltaik-Module auf einer Fläche von 4.500
Quadratmetern saubere Energie auf unserem rekultivierten Naherholungsgebiet, dem Bassumer Utkiek. Die Leistung von rund 750 kWP reicht potenziell aus, um 180 Haushalte mit durchschnittlichem Stromverbrauch zu versorgen.
Teile der "Utkiek-Power" wird unter anderem in das öffentliche Netz eingespeist und über unseren Partner, die Stadtwerke Huntetal in Diepholz, als Grünstromprodukt "strom_regional" vermarktet. Auch in den kommenden Jahren werden wir die PV-Flächen kontinuierlich ausbauen. Ab dem Jahr 2024 wird ein zweiter Bauabschnitt auf dem Utkiek geöffnet. Im Zuge der Bauarbeiten soll eine weitere PV-Anlage realisiert werden.
Für die AWG in diesem Zusammenhang relevante SDG-Ziele
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Windenergie
Als dritte Säule im Energiemix dient die 2017 repowerte Windenergieanlage mit einer Leistung von 3,45 MW. Mit einer Jahrstromerzeugung von rund 10.000 MWh/a ist sie der größte Erzeuger am Standort des Entsorgungszentrums. Weitere Optionen am Standort werden von uns geprüft. Auch eine Beteiligung an ähnlichen Projekten in weiteren Regionen ist denkbar. Der gesamte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist.
Für die AWG in diesem Zusammenhang relevante SDG-Ziele
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Abfall als Ersatzbrennstoff
Die Abfallwirtschaft entwickelt sich immer mehr zu einer ökologischen Energiewirtschaft. Neben den klassischen Aufgaben der Abfallentsorgung liegt der Fokus ganz eindeutig darauf, die in den Abfällen enthaltene Energie herauszuziehen. Schon seit geraumer Zeit nutzt die AWG das in Restabfällen enthaltene Energiepotenzial zur Stromerzeugung.
Ein Beispiel ist das Heizkraftwerk Blumenthal. Im Verbund mit der Bremer Woll-Kämmerei wurde das firmeneigene Kraftwerk auf den Betrieb mit alternativen Brennstoffen umgerüstet und produzierte zunächst Strom und Dampf für den Eigenbedarf. Seit der Einstellung der Wollproduktion 2009 betreibt die AWG das hkw in 100-prozentiger Eigenregie. Der erzeugte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und versorgt gut 25.000 Menschen in der Region mit elektrischer Energie.
Das Gelände in Blumenthal bot ideale Voraussetzungen für den Umbau des ehemaligen Steinkohlekraftwerks zum Ersatzbrennstoff-Monokraftwerk. Die Feuerungswärmeleistung wurde bedarfsgerecht von 50 Megawatt (MW) auf 31 MW reduziert und eine Rauchgasreinigungsstufe gemäß der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung nachgerüstet. Mehr als 65.000 Tonnen energiereiche Abfälle - Folien, Papier-, Textil- und Holzreste - werden im hkw Blumenthal als Ersatzbrennstoffe (EBS) pro Jahr zur Stromerzeugung eingesetzt. Die dafür nötigen EBS liefert die AWG aus ihrer Restabfallbehandlungsanlage (RABA) in Bassum, wo die heizwertreichen Stoffe bei der Trennung der Siedlungs- und Gewerbeabfälle anfallen.
Der Einsatz der bislang ungenutzten Energieanteile im Abfall bedeutet Energieeinsparung und Effizienzsteigerung bei der Verwertung wie bei der Entsorgung. Außerdem haben EBS, anders als fossile Brennstoffe, eine positive Ökobilanz
Für die AWG in diesem Zusammenhang relevante SDG-Ziele
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Aus Abfällen werden Strom und Wärme
Im Abfall stecken wertvolle Rohstoffe und Energieträger. Wir haben die Bedeutung von Abfällen als Wertstoffe früh erkannt und setzen bei der Verwertung auf einen bestmöglichen Ertrag und Nutzung der enthaltenen Potenziale.
Die mechanisch-biologische Restabfallbehandlung ist ein anerkanntes Verfahren zur Verwertung von Abfällen. Der Abfall wird unserer modernen technischen Anlage vorsortiert, gesiebt und weiter behandelt. Verwertbare, überwiegend energiereiche Stoffe, werden als energiereiche Fraktion in unserem Heizkraftwerk Blumenthal als Ersatzbrennstoff zur Schonung fossiler Brennstoffe eingesetzt. Restabfälle werden bei uns der biologischen Verwertung zugeführt. In unserem Fermenter werden der Masse Wasser und Gärreste aus der vorherigen Vergärung untergemischt. Die Mischung wird mit Heißdampf auf 55 Grad Celsius erwärmt und in den Fermenter gefüllt. Rund drei Wochen gären die Abfälle unter Luftabschluss (anaerob) in dem 30 Meter hohen Zylinder. Dabei entsteht methanhaltiges Biogas, mit dem wir unter anderem ein Blockheizkraftwerk betreiben. Die dabei entstehende Abwärme wird über Fernwärmeleitungen zum nahe gelegenen Krankenhauses Bassum transportiert und zum Beheizen der Räume verwendet.
Mehr als 50.000 Megagramm Bio- und Grünabfälle werden jährlich in unserem Kompostwerk verarbeitet. Vor der eigentlichen Kompostierung werden die Bioabfälle aus der Bio-Tonne in der Trockenvergärungsanlage behandelt. In sechs luftdicht verschlossenen Fermenterboxen werden jährlich etwa 18 bis 20.000 Megagramm Bioabfälle vergoren. Die Gärreste sowie die verbleibenden Grün- und Bioabfälle werden in unserem Kompostwerk weiterbehandelt. In der vollautomatisch arbeitenden Rotte- und Aufbereitungsanlage entsteht über einen Zeitraum von zwei Monaten unser Qualitätskompost, den wir über unser Tochterunternehmen, die Humus-Vermarktungs-GmbH als BassHum-Kompost über den regionalen Handel und unsere BassHum-Fachmärkten auf den Wertstoffhöfen vertreiben.
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Klares Wasser mit Hilfe der Natur
Der Zugang zu sauberem Wasser ist für viele Menschen keine Selbstverständlichkeit. Laut eines UN-Berichtes haben 26 Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang zu sauberem Wasser. Angesichts der unkontrollierten Klimaerwärmung und steigenden Wasserbedarfs ist diese Zahl auch nur eine Momentaufnahmen. Wasser bedeutet Leben. Dementsprechend ernst nehmen wir als Unternehmen den Auftrag, die anfallenden Sicker- und Abwässer in unserer eigenen Kläranlage zu reinigen und für den Zulauf im nahegelegenen Klosterbach aufzubereiten.
Dafür setzen wir in unserer hochtechnisierten Kläranlage auf eine sinnvolle Kombination aus biologischen und physikalischen Verfahrensschritten. In unserem Belebungsbecken wird zunächst das im Wasser enthaltene Ammonium in Nitrat und selbiges in elementaren Stickstoff umgewandelt. Eine Druckbelüftung versorgt die Mikroorganismen mit Sauerstoff. Die biologische Umsetzung erfordert ein gleichbleibendes Verhältnis an Nährstoffen. Die Zugabe von Phosphorsäure und Methanol gleicht fehlenden Kohlenstoff beziehungsweise Phosphor aus. In der zweiten Behandlungsstufe werden die noch vorhandenen Stickstoffverbindungen mit Filtern und einem Aktivkohle-Absorber beseitigt. Die beladene Aktivkohle wird reaktiviert und wieder zum Einsatz gebracht.
Wir legen großen Wert auf Sicherheit. Alle Flächen, die mit dem Abwasser in Berührung kommen, sind mit leckage-kontrollierbaren PEHD-Auskleidungen versehen. Die doppelwandigen, unterirdischen Rohrleitungen verfügen über die gleiche Ausstattung. In einer abschließenden Analyse werden die Einleit-Grenzwerte überprüft, und zwar besonders kritisch. Genügt die Qualität des Wassers nicht den behördlich genehmigten Qualitätsansprüchen, wird es erneut behandelt. Nach dieser abschließenden Kontrolle wird das gereinigte Wasser in einen nahe gelegenen Bach eingeleitet.
Für die AWG in diesem Zusammenhang relevante SDG-Ziele
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