| Bericht
Wie Fast Fashion unsere Umwelt belastet
Moin,
wir sind Konrad, Lennart, Rasmus, Clemens, Julius, Andreas und Justus. Wir sind Schüler des elften Jahrgangs am Gymnasium Sulingen und nehmen an dem Projekt Digitale Lernallianzen der Handwerkskammer Hannover Projekt- und Servicegesellschaft mbH teil. Unsere Gruppe hat sich für dieses Projekt bei der AWG entschieden, weil uns das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz wichtig ist. Wir wollten mehr darüber lernen, wie Abfälle richtig getrennt und recycelt werden. Außerdem fanden wir es interessant, einen Einblick in die Arbeit der AWG zu bekommen und zu verstehen, welchen Beitrag sie für unsere Region leistet. Durch das Projekt konnten wir unser Wissen erweitern und gleichzeitig andere Menschen für einen bewussteren Umgang mit Müll und Fast Fashion sensibilisieren. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen unserer Reportage.
Konrad, Lennart, Rasmus, Clemens, Julius, Andreas und Justus
Jeder Mensch hat schon einmal ein Kleidungsstück gekauft, bestellt oder geschenkt bekommen, das man letztendlich nicht einmal oder nur wenige Male getragen hat. Dieses Phänomen ist weit verbreitet und bringt eine Menge Probleme mit sich.
Klamotten, die kaum getragen werden und auch solche, die qualitativ derartig schlecht produziert worden sind, dass sie bereits nach kurzer Zeit des Tragens Spuren von Abnutzung zeigen, fallen unter den Bereich der Fast-Fashion. Fast-Fashion ist heutzutage ein weltweit verbreitetes Konzept, dass auf maximale Gewinnerzielung abzielt unter der Berücksichtigung schnell wechselnder Mode-Trends und Kleidungsvorlieben.
Aber inwiefern stellt Fast-Fashion ein Problem dar?
Tatsächlich in vielerlei Hinsicht. Zum einen dadurch, dass die Kleidung ein hohes Maß an Mikroplastik enthält. Rund 60-70% der Kleidungsstücke enthalten heutzutage synthetische Fasern. Besonders betroffen sind Fleece- und Sportkleidung sowie Fast-Fashion-Artikel. Dies stellt ein enormes Problem für die Umwelt dar, da Mikroplastik extrem langlebig und biologisch schwer abbaubar ist. Außerdem verbreiten sich die winzigen Partikel blitzschnell durch die Luft, Böden oder Flüsse. Auch für Tiere ist es extrem gefährlich, weil Tiere es schnell mit Nahrung verwechseln können und es beim Essen ihren Magen füllt ohne sich aufzulösen. Das schädigt Organe oder löst Entzündungen aus.
Diese Probleme führen dazu, dass an verschiedenen Orten der Welt Fast-Fashion-Müllhalden entstehen. So auch in der Atacama-Wüste in Chile. Dort werden seit mehreren Jahren enorme Mengen an Fast-Fashion-Müll illegal entsorgt oder verbrannt. Dies stellt ein enormes Problem für die Umwelt dar, da die Kleidung die Böden und das Grundwasser beeinflussen beziehungsweise schädigen und beim Verbrennen giftige Rauchgase entstehen, die dem Gebiet und seinen Ökosystemen.
Andererseits sorgt die schlechte Verarbeitungsqualität der Fast-Fashion-Kleidung dafür, dass die Produkte sehr kurzlebig sind. Dadurch neigen die Konsumenten dazu sich immer und immer mehr Kleidung zu kaufen, wodurch sich eine enorme Menge an weggeworfener Kleidung anhäuft, der das bereits angesprochene Problem der Entsorgung von Kleidung mit Mikroplastik nur bestärkt. Laut Studien kauft der durchschnittliche Mensch heutzutage rund 60 Kleidungsstücke pro Jahr.
Was kann nun unternommen werden?
Insgesamt gibt es viele Möglichkeiten, Klamotten nach dem Wegwerfen weiterzuverwenden. So kann man die Klamotten z. B. Second-Hand auf Plattformen wie Vinted oder Kleinanzeigen weiterverkaufen. Diese Plattformen werden vor allem in den letzten Jahren immer beliebter.
Andererseits werden alte Klamotten auch immer häufiger aufbewahrt, um als Putzlappen für Werkstätte und Haushalte oder als Dämmmaterial für Häuser benutzt zu werden. Auf diese Weise sind sie auch nach ihrer Zeit als Kleidungsstück noch nützlich und es müssen keine teuren Putzlappen oder Dämmmaterialien gekauft werden, die auf Dauer zusätzlichen Müll ergeben würden. Vor allem zur Dämmung sind Klamotten aus Baumwolle gut zu verwenden, da sie Wärme gut speichern und gleichzeitig Geräusche dämpfen.
Zudem versuchen Unternehmen wie Patagonia mit dem Projekt „Worn Wear“ Klamotten durch Upcycling wieder nutzbar zu machen. Dabei wird Kleidung, die beschädigt oder weggeworfen wurde, repariert oder gereinigt, um sie erneut zu verwenden. Auf diese Weise bekommen alte Textilien praktisch ein zweites Leben und können z. B. verkauft oder evtl. an Bedürftige gespendet werden.
Aus Altkleidern kann man außerdem verschiedene Dinge basteln. So können alte T-Shirts z. B. zu Stoffbeuteln umfunktioniert werden und alte Jeans zu Taschen oder Kissen gebastelt werden. Beim Basteln mit weggeworfenen Kleidungsstücken werden die Abfälle minimiert, da ein Großteil der Kleidung verwendet werden kann. Auch auf diese Weise wird die Umwelt weniger belastet, da weggeworfene Kleidung für kreative Zwecke verwendet werden
Sonderfolge "What The Muc?!"
In einer kurzen Podcast-Folge spricht das Septett mit unserem Kollegen Hendrik Cordes aus dem zentralen Stoffstrommanagement der AWG Bassum. Hendrik berichtet über seinen beruflichen Werdegang, über die Mengen, die in unserem Entsorgungszentrum verarbeitet werden und akute Brandgefahren. Die komplette Reportage der Schüler des Gymnasiums Sulingen könnt ihr auf unserer Website www.awg-bassum.de einsehen.