| Bericht
Mit Kühlschrank auf die Alpe d'Huez
Nur wenige Stunden später fuhren die Radprofis der Tour de France über dieselbe Strecke. Während Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar auf dem Rennrad für Schlagzeilen sorgte, stellte Tilo Koch einen Rekord in seiner ganz eigenen Disziplin auf: Als erster Mensch trug er einen Kühlschrank über die berühmten 21 Kehren zur Alpe d’Huez. Seine Bilanz fiel entsprechend augenzwinkernd aus: „Pogacar hat den schnellsten Weg nach oben gefunden. Ich vermutlich den schwersten.“
Ein ausrangierter Kühlschrank mit einer wichtigen Botschaft
Wir waren von Anfang an von der außergewöhnlichen Idee begeistert. Für sein Vorhaben suchte Tilo Koch bewusst einen alten, ausrangierten Kühlschrank. Über unsere Wertstoffhöfe konnten wir ihm ein geeignetes Gerät zur Verfügung stellen. Damit wurde aus einem ausgedienten Elektrogerät der Mittelpunkt eines Projektes, das sportliche Grenzerfahrung mit Nachhaltigkeit und Umweltbildung verbunden hat.
Auf den Seiten des Kühlschranks stand in deutscher, englischer und französischer Sprache eine einfache, aber wichtige Frage:„Was willst du bewahren?“ Entlang der Strecke lasen Zuschauerinnen und Zuschauer die Botschaft laut vor und kamen mit Tilo Koch darüber ins Gespräch, was ihnen persönlich wichtig ist und für kommende Generationen erhalten bleiben soll. „Der Kühlschrank war für mich nie nur ein kurioser Gegenstand. Er war ein Türöffner für Gespräche über das, was uns wirklich wichtig ist. Genau das war die Idee hinter diesem Projekt“, erklärt Tilo Koch.
Bilder aus der Grundschule Seckenhausen reisen nach Frankreich
Gemeinsam mit Tilo Koch und der Grundschule Seckenhausen haben wir diese Frage bereits vor dem Aufstieg aufgegriffen. Rund 60 Grundschulkinder malten auf Postkarten, was sie persönlich bewahren möchten. Eine Auswahl dieser Bilder wurde auf der Kühlschranktür befestigt und begleitete Tilo Koch bis zum Ziel. Damit waren die Gedanken der Kinder bei dem besonderen Sportprojekt in Frankreich sichtbar vertreten.
Der Aufstieg verlangte Tilo Koch körperlich alles ab. Entlang der Strecke wurde er jedoch immer wieder von Menschen aus unterschiedlichen Ländern angefeuert. Zuschauerinnen und Zuschauer klatschten, liefen ein Stück neben ihm her und motivierten ihn zum Weitergehen. „Es war mit Abstand eines der anstrengendsten Dinge, die ich je gemacht habe. Aber die Energie der Menschen am Straßenrand hat mich immer weiter getragen“, berichtet der Sportabenteurer.
Für uns zeigt der erfolgreiche Abschluss von „Tilo vs. Fridge“, wie eine zunächst verrückt klingende Idee Menschen erreichen und zum Nachdenken bringen kann. Wir freuen uns, dass wir das Projekt mit einem ausrangierten Kühlschrank, der gemeinsamen Umweltbildungsaktion und der begleitenden Öffentlichkeitsarbeit unterstützen konnten. Aus einem alten Elektrogerät wurde so ein weithin sichtbarer Botschafter für die Frage, was wir gemeinsam bewahren möchten.