| Reportage
EWAV 2025
Die Niedersächsische Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, Melanie Walter, hat heute in Bassum ein starkes Zeichen für die Europäische Woche der Abfallvermeidung 2025 gesetzt. Gemeinsam mit dem Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU), der Abfallwirtschaftsgesellschaft Bassum mbH und lokalen Repair-Cafés machte sie vor Ort deutlich, wie ein bewusster Umgang mit Elektrogeräten und die Vermeidung von Abfällen auszusehen hat. Das Schwerpunktthema 2025 lautet: „Reparieren statt wegwerfen: Elektroschrott vermeiden!"
Laut Bundesumweltministerium wurden in den letzten zehn Jahren durchschnittlich 880.000 Tonnen Elektro- und Elektronik-Altgeräte über die getrennte Sammlung erfasst. Gleichzeitig lagern in deutschen Haushalten schätzungsweise bis zu 5 Kilogramm Elektroschrott pro Person ungenutzt, ein enormer Rohstoffschatz, der brach liegt.
Vor diesem Hintergrund unterstreicht Ministerin Melanie Walter die Bedeutung des Ressourcenschutzes: „Kaputter Fön, defekter Toaster oder Radio mit Wackelkontakt - Dank einer EU-Richtlinie sind Händler in vielen Fällen zur Rücknahme von Elektrogeräten verpflichtet, aber ist das immer nötig? Dass wir uns alle diese Frage häufiger stellen, dafür will die EU mit der Aktionswoche werben. Wenn wir reparieren, statt wegwerfen, dann ist Abfall nicht das Ende, sondern der Beginn einer neuen Ressource. Die Landesregierung fördert deshalb auch Repair-Cafés, von denen es schon über 170 in Niedersachsen gibt. Defekte Geräte zu reparieren, anstatt neu zu kaufen, schont nicht nur Ressourcen, sondern auch den eigenen Geldbeutel und was vielleicht besonders wichtig ist: Es macht auch Spaß und ein bisschen Stolz!“
Massive Rohstoffverschwendung in Privathaushalten
Fast 300 Millionen ausrangierte Elektrogeräte liegen ungenutzt in deutschen Haushalten. Marc Lahmann, Geschäftsführer des VKU, bekräftigt: „Lokale Repair-Cafés und kommunale Abfallwirtschaftsbetriebe zeigen vor Ort konkret, wie man diese Ressourcen nutzen kann. Sie ermöglichen es Bürgern, Elektroschrott zu vermeiden: durch Reparatur statt Neukauf, längeres Nutzen und fachgerechtes Recyceln. Und wenn Geräte nicht mehr repariert werden können oder veraltet sind, sollten sie dem Recycling zugeführt werden, wie ein erheblicher Teil der ausrangierten ca. 210 Millionen Smartphones, 49 Millionen Laptops und 26 Millionen Tablets. Das schont wertvolle Rohstoffe und trägt aktiv zum Klima- und Ressourcenschutz bei. Deshalb ist die Europäische Woche der Abfallvermeidung so wertvoll. Sie macht diese Botschaft für alle sichtbar und mobilisiert diese notwendigen Handlungen."
Repair-Cafés als lokale Vorbilder
Im Fokus des Pressetermins standen die lokalen Repair-Cafés in Bassum. Reinhild Olma, Koordinatorin der Repair-Cafés der Stadt Bassum, machte deutlich, welche Möglichkeiten den Bürgerinnen und Bürgern geboten werden, ihre defekten Elektrogeräte gemeinsam mit den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern der lokalen Reparaturstätten wieder instand zu setzen und so länger nutzen zu können. Der Landrat des Landkreises Diepholz, Volker Meyer, weist auf den gestiegenen Bedarf nach elektronischen Geräten im alltäglichen Leben hin: „Elektroschrott enthält wertvolle Rohstoffe, die erhalten werden müssen. Jedes Smartphone, das länger genutzt wird, ist ein Gewinn für die Umwelt. Die Europäische Woche der Abfallvermeidung macht deutlich: Kleine Schritte wie Reparieren oder Weitergeben haben große Wirkung, und jeder kann sofort anfangen.“
Schüler lädt zum nachhaltigen Dialog ein
Ein Höhepunkt war ein Podcast-Gespräch zwischen Ministerin Melanie Walter und dem Schülersprecher der Oberschule Bassum, Bejtullah Haziri. Im Dialog wurden konkrete Lösungsansätze gegen die wachsende Menge an Elektroschrott diskutiert, von Fragen zu den politischen Maßnahmen der Landesregierung bis hin zur Rolle der lokalen Repair-Cafés. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie Reparatur und Wiederverwendung stärker in den Alltag junger Menschen integriert werden können und welche Chancen sich daraus für Ressourcenschutz und Nachhaltigkeit ergeben.